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Leseprobe Freiheit wächst im Vertrauen

Woher ich komme – und warum ich heute anders denke

Ein ehrlicher Einblick. Kein Verkauf, keine Versprechen. Lies einfach, ob du dich an der einen oder anderen Stelle wiedererkennst.

Ich wurde im Jahr 1962 geboren. Mein Vater war selbstständig, und bei uns zu Hause herrschte nie Geldmangel. Geld war für mich deshalb nie ein Antrieb – es war einfach da. Materiell ging es uns gut, vieles war möglich. Was jedoch oft fehlte, war gemeinsame Zeit.

Urlaube spielten in meiner Kindheit keine Rolle. Mein Vater war nie der Typ, der sich bewusst Zeit für seine Familie genommen hat. Rückblickend war finanziell vieles vorhanden, emotional jedoch einiges nicht. Diese Erfahrung hat mich stärker geprägt, als ich es damals verstanden habe.

In der Schule sah ich wenig Sinn darin, mich besonders anzustrengen. Ich brach später meine Lehre kurz vorm Ziel ab und ging meinen eigenen Weg. Ich probierte viele Berufe aus und wechselte häufiger. Eine Zeit lang entschied ich mich ganz bewusst für Jobs, weil sie gut bezahlt waren.

Gleichzeitig suchte ich vor allem eines: Freiheit. Erinnerungen und Zeit mit Freunden und Familie waren mir schon immer wichtiger als Geld. Ich wollte ein gutes Leben führen, unterwegs sein, gemeinsam etwas erleben, lachen, reisen und unabhängig sein.

So landete ich schließlich am Fließband und lackierte Autos. Das brachte damals gutes Geld. Doch genau in dieser Zeit tauchten zum ersten Mal Fragen auf, die ich lange beiseitegeschoben hatte: Was ist mit meiner Zukunft? Was ist mit Altersvorsorge und Sicherheit? Mir wurde klar: Wenn ich diesen Weg weitergehe, bleibe ich austauschbar. Immer abhängig, immer fremdbestimmt.

Mit zunehmendem Alter wuchs der Wunsch nach Veränderung. Ich bildete mich weiter, machte mich selbstständig und baute Schritt für Schritt eine Werbeagentur auf, die in ihrer besten Zeit rund 25 Mitarbeiter beschäftigte. Die Arbeit war kreativ und fordernd. Gleichzeitig lernte ich die andere Seite der Selbstständigkeit kennen: Sie bedeutet oft nicht Freiheit, sondern Verantwortung rund um die Uhr.

Mit Anfang 40 stand ich vor einem Scherbenhaufen. Wir arbeiteten viel und bemerkten zu spät, dass es nicht alle gut mit uns meinten. Im Jahr 2003 wurden wir in die Insolvenz gezwungen. Die fehlende Zeit führte auch dazu, dass sich meine erste Ehe trennte. Irgendwie wiederholte ich genau das, was ich früher bei meinem Vater vermisst hatte: zu wenig gemeinsame Zeit mit der Familie.

Die private Altersvorsorge war verloren. Die Bank wollte ihre Finanzierung zurück, und ich zog zurück ins Kinderzimmer meiner Eltern und begann wieder bei null.

Alles Materielle war weg. Besonders der Verlust der Altersvorsorge tat weh und ließ mich sehr deutlich spüren, wie verletzlich vermeintliche Sicherheit sein kann.

Mit über 40 wieder im Kinderzimmer meiner Eltern. Bei null. Wie aus diesem Punkt ein freies, selbstbestimmtes Leben wurde, erzähle ich im Buch – am liebsten persönlich.

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